Maltes Geschichte

Am Nachmittag des 26. November 2004 haben wir gemeinsam Kekse für die Adventszeit gebacken. Als der Papa am Abend nach Hause kam wollte er dann die Nussecken noch gemeinsam mit den Kindern mit Schokoladenglasur verzieren (wie sie es schon so oft vorher gemacht haben) Mein Mann stand vor dem Herd, die Kinder an den Seiten auf ihren Tripp-Trapp-Stühlen. Gesa hat nur zugeguckt, Malte durfte mit umrühren. Ich stand an der anderen Ecke der Küche und habe verschiedene Sachen weggeräumt.

Auf einmal höre ich einen markerschütternden Schrei (der mich auch in meinen Träumen verfolgt) und sehe aus den Augenwinkeln wie Malte vom Stuhl fällt und den Topf mit dem heissen Wasser mit sich zieht. (Was genau passiert ist können wir nur mutmassen, entweder er ist beim eintunken der Kekse in die heisse Schokolade gekommen hat sich erschrocken und ist so gegen den Topf gekommen und hat sich dann verbrüht oder aber er hat das Gleichgewicht verloren)

Geistesgegenwärtig schreie ich "Schnell unter die Dusche mit ihm" da hat mein Mann Malte auch schon gepackt und ist auf schnellstmöglichem Weg mit ihm unter die Dusche. Ich hab nur schnell Gesa in Sicherheit - vor den Fernseher - gebracht (denn das heisse Wasser war ja jetzt überall auf dem Boden) und habe dann das heisse Wasser beseitigt damit nicht noch etwas passiert.

Dann bin ich schnell hoch ins Badezimmer - Malte schreiend in der Badewanne mein Mann kühlte ihn, wir wussten gar nicht genau wo wir zu erst kühlen sollten, da die gesamte rechte Körperhälfte knallrot war und an vielen Stellen Brandblasen waren, am schlimmsten war aber die rechte Hand, da hing die Haut nur noch in Fetzen runter. Während des Kühlens und Schreiens fragte Malte immer wieder nach seiner Schwester, ob die auch verletzt sei.
Das hat mich am meisten beeindruckt.

Aus meiner Tätigkeit als Sanitätshelferin wusste ich das wir auf jedenfall 15 min durchkühlen müssen, diese Zeit ist so wichtig noch bevor wir uns in Krankenhaus aufmachen. Also habe ich meinen Mann abgelöst, der in der Zwischenzeit dann das Krankenhaus vor Ort benachrichtigt hat.

Nach den 15 min die mir wie eine Ewigkeit vorkamen haben wir ihm dann trockene Sachen angezogen, nur auf der schlimmsten Stelle der Hand haben wir die nassen Tücher drumgelassen und ihn noch zusätzlich in eine dicke Decke gehüllt und damit dann ab ins Krankenhaus. Ich bin mit meiner Tochter zu Hause geblieben, da wir ja nicht wussten wie lange es im Krankenhaus dauert habe aber schon versucht einen Babysitter zu organisieren damit ich auch hätte mit ins KH gekonnt hätte.

Der Weg ins Krankenhaus war gottseidank nur sehr kurz mit 3 Minuten aber die Zeit bis mein Mann mit dem immer noch schreienden Malte nach 45 min wiederkam waren die Hölle für mich.
Aktuell

Montag, 11. Dezember 2017
21:37 Uhr
36632 Besucher
seit dem 31.03.2008
Aktuell sind User Online

Wappen
Wappen der Familie Gürtler
gemalt von Ursula Hartwig
Access Keys